Sie haben Javascript deaktiviert und können somit nicht alle Funktionen dieser Website benutzen. Um Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu ermöglichen, sollten Sie Javascript in Ihrem Browser aktivieren.

Umhausen - gemeinsame Projekte

Umhausen – Kurlaub im Hotel Johanna

Auch wenn niemand darüber Buch führt, unbestritten dürfte sein, daß es nirgendwo ein Hotel gibt, in dem schon mehr Erlanger Ruhe und Entspannung – und ein Stück Heimat in der Ferne - gefunden haben, als im Hotel „Johanna“ in Umhausen. Das hat gute Gründe und eine ganz eigene Geschichte, die viel von einer Liebeserklärung an das Leben hat.

Johanna Restaurant 1

1930 gilt als das Baujahr der Erlanger Hütte, dem ebenso wagemutigen wie zukunftsweisenden Projekt der Erlanger Sektion des Deutschen Alpenvereins. Der freilich holte sich klugerweise ortskundigen Rat, bevor man Stein auf Stein schichtete, guten Rat, der sich bewähren sollte und vom Großvater des heutigen Besitzers des Hotels Johanna für ein Vergelt’s Gott gegeben wurde. Er kannte als Jäger und Bergbauer die über 2.500 Meter hoch gelegene Gegend um den Wettersee wie kaum ein anderer und hatte neben dem Blick für das Praktische ein untrügliches Auge für die Schönheit der Natur.

Tante und Onkel Umhausen

Als im Jahr darauf die ersten Übernachtungsgäste aufstiegen, fanden sie in der Tante von Christian Auer – nun ist es an der Zeit, den Namen unseres Protagonisten zu nennen – die gastfreundliche Hüttenwirtin, die ungezählte Erlanger mit dem bekochte, was ihr Bruder, Christian Auers Vater, fast täglich mit der Kraxe auf dem Rücken und mit einem Maultier als Helfer von der Leierstalalm aus nach oben trug. Einen Lastenaufzug gab es schließlich damals noch nicht. Zu den regelmäßigen Gästen der Hütte gehörte der Erlanger Robert Fleischmann, und es kam, wie es kommen mußte: Er verliebte sich in die Wirtin und entführte sie nach 15 Sommern in den Bergen schließlich als seine Frau ins Frankenland. Dorthin schickten die Eltern den kleinen Christian schon bald nach, um bei Tante und Onkel zur Schule zu gehen und später – im Bärengarten – als Koch zu lernen.

Mit 23 Jahren kehrte der heute 61jährige 1972 mit seiner fränkischen Frau nach Umhausen zurück, heiratete die Erlangerin 1974 und übernahm nach fünf Jahren, am 13. April 1977, die Frühstückspension, um sie schließlich zu einem Hotel zu erweitern. Was mit ganzen zehn Betten begonnen hatte, wurde mit der Zeit auf 44 aufgestockt, bis 1991 die heutigen 66 Betten beisammen waren.

Familie Auer (Hotel Johanna) in Umhausen (c) Nadja Steger

Annemarie Auer mußte sich mit einem Lächeln, das ihr nie von den Lippen schwinden will, durchbeißen und die Ärmel hochkrempeln. Geschenkt wurde der Wirtin nichts, vor allem nicht in den schweren Anfangsjahren. Zumal sie sich als Seiteneinsteigerin alle Künste und Kniffe in der Gastronomie und Hotellerie bei ihrem Mann abschauen oder selbst beibringen mußte. Von Beruf ist sie nämlich technische Zeichnerin und hat bei Gossen gelernt, einem Betrieb, der mittlerweile der Erlanger Industriegeschichte angehört.

Alle Hände voll zu tun hat die Familie natürlich in der Hochsaison im Winter, wenn die Skifahrer kommen, und im Sommer mit all seinen Wanderern und Bergsteigern. Bald könnte die Auslastung sogar noch besser werden, wenn nämlich das Radon-Kurzentrum mit seinen 200 Betten am Waldrand über Umhausen in zwei Jahren eröffnet wird und Erlangens Partnergemeinde den guten Ruf eines Heilbades einbringt. Dennoch, so Christian Auer, werde der Konkurrenzkampf in der Branche immer härter. Und das bei zurückgehenden Gästezahlen aus Deutschland. „Wären da nicht die Osteuropäer aus Polen und Tschechien oder die Gäste aus Frankreich, Belgien und Holland, müßte mancher Betrieb schließen“, ergänzt seine Frau. Sogar aus Rußland, aus Erlangens Partnerstadt Wladimir, hatten die Auers schon Besuch. „Ganz liebe Leute – und ganz das Gegenteil von dem, was sonst so über russische Gäste erzählt wird“, ergänzt Annemarie Auer. Mit Rußland verbindet die Familie freilich auch Erinnerungen ganz anderer Art:

Johanna Kerzen

Die große Leidenschaft der Tiroler ist - die Jagd. Da macht Familie Auer keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Gern nahmen sie – Vater, Tochter und Sohn - deshalb die Einladung eines russischen Geschäftsmanns an und brachten aus den Wäldern um Wladimir die Balge von selbsterlegten Auer- und Birkhähnen mit, Trophäen, die heute, meisterlich präpariert, die Hotelhalle und das Restaurant schmücken.

Umhausen Jagd

Das Wildbret zieht auch in der Küche seine Spuren, wo gerne das Wildbret des hoteleigenen Damhirschgeheges, aber auch das feine Fleisch der Bachforelle aus dem Johanna-Teich verarbeitet wird.

Johanna Restaurant Umhausen

Wer schon in der Johanna gegessen hat, erinnert sich mit Behagen, wem das noch bevorsteht, dem sei Appetit gemacht. Hier ist alles selbst gemacht. Keine Fertigware kommt den Auers in die Küche und die vielen Stammgäste beteuern: Man kann noch so lange hier sein und hier essen, man wird immer wieder überrascht von der unglaublichen Vielseitigkeit der Gerichte. Sogar Vegetarier werden hier nicht mit den üblichen Geschmacklosigkeiten à la gebackener Camembert oder Salatteller abgespeist. Die Atmosphäre aus ungekünstelter Gastlichkeit, vorbildlicher Sauberkeit und einem unverwechselbaren Ambiente sind immer wieder und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. www.hotel-johanna.at

Peter Steger, 10. Dezember 2009

11.04.2012
» zurück zur Übersicht

Weiterführende Informationen