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Umhausen - gemeinsame Projekte

Das Ötzidorf feiert sein zehnjähriges Bestehen

Was da am 2. Mai 2010 sein zehnjähriges Jubiläum beging, darf unbestritten als ein Tiroler Husarenstück bezeichnet werden, mutig ins Werk gesetzt von Mag. Jakob Wolf, dem seinerzeitigen und eben erst wiedergewählten Bürgermeister von Umhausen. Was wurde nicht alles geunkt und à la Kassandra prophezeit: Ein „Indianerdorf“, ein „Zeltplatz für Verrückte“, ein „Euro-Grab“ wird das, schallte es dem vorausschauenden Planungsteam entgegen. Tatsächlich war der erste Entwurf überdimensioniert und finanziell nicht realisierbar, doch der zweite Projektvorschlag überzeugte schließlich auch die Zauderer und Skeptiker. Heute ist das Ötzidorf zu einem Markenzeichen nicht nur Umhausens, sondern des ganzen Ötztals geworden.

Ötzi-Dorf

Begonnen hatte alles 1991, als das Ehepaar Erika und Helmut Simon bei einer Bergtour zufällig auf den Mann aus dem Eis stieß und damit eine archäologische Sensation auslöste. Die Mumie aus dem 4. Jahrtausend v. Chr., heute in Bozen ausgestellt, bot der Wissenschaft bis dato für unmöglich gehaltene Einblicke in das Leben der Jungsteinzeit Tirols. Heute weiß man, daß diese Bergwelt mindestens seit dem 8. Jahrtausend v. Chr. von Menschen besiedelt wurde.

        Ötzi-Kleidung

In Umhausen begriff man rasch, wie man das gewaltige Interesse der Öffentlichkeit an dem Fund aus ferner Vergangenheit und jener versunkenen Zeit nutzen kann. Mit Hilfe des wissenschaftlichen Sachverstands von Walter Leitner, Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Innsbruck, rekonstruierte man am Ortsausgang der Partnergemeinde Erlangens, Richtung Stuibenfall, so originalgetreu wie irgend möglich die anhand von Grabungen rekonstruierte Lebenswelt des Neolithikums und schuf damit ein museumspädagogisches Juwel von feinstem Schliff. Sogar den Schnitt der prähistorischen Mode versteht der Wissenschaftler nachzuempfinden und schickt sie auf den Laufsteg, um sie dem staunenden Jubiläumspublikum zu präsentieren.

Ötzi-Dorf Kinder

Was sich heute auf 11.000 m² Fläche alles sehen läßt, kann man hier gar nicht alles aufzählen. Soll man vielleicht auch gar nicht, denn viel schöner ist es, selbst zu entdecken, was es hier alles gibt: das unlängst erst zur Welt gekommene Auerochsenkalb, den Teich mit den Urforellen, den Opferstein, die Beete mit Einkorn, Emmer und Wildkräutern, die Przewalski-Pferde… Noch in dieser Saison erwartet man hier den fünfhunderttausendsten Besucher. Eine halbe Million Menschen, die belegen, wie klug es war, das Wagnis mit der Eröffnung des Ötzidorfes einzugehen. Da bleibt nur zu gratulieren und Leonhard Falkner, dem Geschäftsführer der Einrichtung, der im Nebenfach auch noch die Partnerschaft mit Erlangen betreut, mit seinem Team weiter viel Erfolg zu wünschen.

Umhausen und Simon

Als Ehrengast, das sei nachgetragen, kam aus Nürnberg zum Jubiläum eigens Erika Simon (ihr Mann ist vor einigen Jahren tödlich verunglückt), ohne die das Ötztal und Umhausen wohl noch immer archäologisches Niemandsland wären. Nur angemessen deshalb, daß die Fränkin Ehrenmitglied im Trägerverein des Ötzidorfes ist.

Umhausen Kalb

Mehr unter: www.oetzi-dorf.at/home.html

Peter Steger: 03.05.2010

11.04.2012
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